Arbeit als sinnstiftende Ressource für den Menschen

In unserer und vergleichbaren Gesellschaften und Volkswirtschaften sind die Bedingungen für eine sinn- und wertstiftende Arbeit so gut wie nie. Vielleicht auf den ersten Blick. In Deutschland sind so viele Menschen in Arbeit wie nie zuvor, es gibt unzählige Möglichkeiten, sich beruflich zu verändern und zu qualifizieren. Es ist heute kein Problem mehr, sich gänzlich neu zu orientieren und Arbeitgeber möglichst nach den eigenen Vorstellungen auszusuchen. Neue Managementmodelle verheißen eine wertvollere Gestaltung unserer Arbeitswelt.

Andererseits steht die Arbeitswelt vor Veränderungen, die nach Meinung einiger Studien die gravierendsten Veränderungen seit der industriellen Revolution bedeuten. Viele Arbeitsverhältnisse, auch in früher sicheren Bereichen, sind weitestgehend befristet und bieten auch qualifizierten Arbeitnehmern keine ausreichende Sicherheit mehr. Branchen geraten aufgrund nicht nachhaltiger Entscheidungen in kritische Verwerfungen, die zu existenziellen Problemen für die Arbeitnehmer führen. Immer wieder ist zu hören, dass sich Arbeitnehmer nicht mehr mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können und psychische Erkrankungen mehr und mehr zunehmen.

Wie kann Arbeit dennoch als sinnvoll erachtet werden? Wenn die Tätigkeiten eines Büroangestellten dazu führen, dass der organisatorische Ablauf einer Bestellung erfolgreich ist, war sein Wirken sinnvoll. Wenn ein Programmierer sich darum kümmert, dass der Roboter ein Werkstück nach den Vorgaben fertigt, waren seine Einstellungen sinnvoll. Dennoch erleben wir eine „Entgrenzung“ von Arbeit.

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Der Ansatz der sinn- und wertvollen Lebensgestaltung

Was leitet uns Menschen im Leben? Für jeden von uns ist das höchst individuell, auch wenn einige Grundhaltungen uns allen gleich sind. Eine Möglichkeit, um eine Art „Philosophie für gelingendes Leben“ zu entwickeln, kann der Ansatz der sinn- und wertvollen Lebensgestaltung sein.

 

Im Überblick

Wenn der Mensch sein Erleben und Verhalten als zu sich passend, als kongruent zu seinen eigenen Ressourcen, Interessen und Motiven empfindet, ist ihm eine eigenverantwortliche und selbstwirksame Entwicklung möglich. Mit dem Ansatz der sinn- und wertvollen Lebensgestaltung erhält jede Person die Möglichkeit, ihr Erleben und Verhalten zu reflektieren und Dinge, die als nicht passend oder inkongruent empfunden werden, hilfreich für sich zu gestalten. Jedem Menschen sollte daher eine für ihn sinn- und wertvolle Lebensgestaltung zugänglich sein. Dazu sollte jede Person, als Experte in eigener Sache, Möglichkeit für Eigenverantwortung, Reflexion und Selbsterkenntnis erhalten, um zu wachsen, ihre Potenziale und Ressourcen zu entfalten und somit das Leben selbst sinn- und wertvoll gestalten zu können. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Ressourcen für seine sinn- und wertvolle Lebensgestaltung in jedem Menschen angelegt sind.

Die wesentlichen Grundlagen zu diesem Ansatz kommen aus der Humanistischen Psychologie, hier besonders der Entwicklung der personenzentrierten Sichtweise Carl Rogers’ und der Logotherapie nach Viktor Frankl.

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