Das institutionalisierte Leben

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In der menschlichen Entwicklung hat sich die Institutionalisierung der verschiedensten Dinge herausgebildet. Um das Zusammenleben im sozialen Gefüge zu organisieren, ist es sinnvoll, sozialen Umgang, soziale Gegebenheiten und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu instiutionalisieren. Gleich welcher Bereich des menschlichen Lebens betrachtet wird, es findet sich eine mehrheitlich im Diskurs erworbene oder durch gesellschaftliche Definitionsprozesse gebildete Institution.

In der Form unseres Zusammenlebens begegnen wir bspw. der Familie, welche die kleinste Einheit unserer sozialen Struktur ist. Eine Familie tritt als Einheit nach außen auf, als heutiges Merkmal mag man neben dem sichtbaren Zusammenleben von Eltern und Kindern zugleich den Nachnamen sehen können, durch welche diese identifiziert werden kann. Eine Familie definiert sich als Einheit in der eigenen Verwandschaft, in der Nachbarschaft und in der Ortsgemeinschaft, in welcher sie ihr Zuhause hat. Zugleich wird die Familie von anderen  – selbst Institutionen – als eine solche definiert, bspw. vom Staat als soziale Einheit in unterschiedlichen Kontexten. Diese Eigen- und Fremdinsitutionalisierung lässt die Familie als Instrument im Umgang jeglicher Art greifbar, verwertbar und bewertbar machen. Sie wir damit Teil eines Systems, welches sich im Laufe verschiedener Prozesse definiert und definieren lässt. Dieses Instrument formt und stabilisiert das System, in welchem es sich befindet, ebenso formt und stabilisiert das System das Instrument.

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Ein Brief an Thomas Middelhoff

Thomas Middelhoff
JVA Bielefeld-Senne
Senner Straße 250
33659 Bielefeld

17. September 2017

Lieber Herr Middelhoff,

ich kenne Sie nicht. Zumindest nicht so, als das ich mir ein tieferes Bild von Ihnen machen könnte. Für ein umfassendes Bild müsste ich Sie persönlich kennen. Ein tieferes Bild könnte ich mir bereits machen, wenn ich Ihr Buch lesen würde. Das habe ich sicherlich noch vor. Ihr Auftritt bei 3 nach 9 hat mich angeregt, Ihnen einige Zeilen mitzuteilen – und damit nicht zu warten.

Natürlich mache ich mir ein Bild von Ihnen. So wie viele Menschen sich ein Bild von Ihnen machen. Doch unterstelle ich mir eine möglichst neutrale Perspektive einnehmen zu können. Ihr Auftritt war insofern hilfreich dafür, als dass Sie vielen anderen ermöglichen, ein breiteres Bild von Ihnen zu bekommen. So ein Auftritt ist sicherlich nicht einfach. Sie werden bestimmt nicht nur positive Reaktionen darauf erhalten. Gar wenn man in die Gesichter der anderen Gäste geschaut hat, war da ein Befremden Ihnen gegenüber zu erkennen. Vielleicht verstehen Sie einige Menschen nicht. Vielleicht sind wir Menschen auch mit Urteilen zu schnell und wenig bereit, diese zu verändern.

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Was ist die Quelle unserer Werte?

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Ziele sind uns ein alltäglicher Begleiter. Ziele lassen sich für unsere Lebensbereiche formulieren, die einen kurz, mittel- oder langfristigen Prozess beschreiben (z. B. eine Familie gründen, einen bestimmten Beruf ausüben wollen). Ziele sind nur ein Teil einer tiefergehenden Betrachtungsweise, eines Kerns, einer noetischen (geistigen) Dimension des Menschen. Ziele ändern sich durch Lebensumstände, durch innere und äußere Einflüsse. Sinn und Werte sind langlebiger und standhafter – basaler. Sie sind auch wandelbar, bilden aber die wahrlich innere Dimension und Quelle vieler Ressourcen für unsere Persönlichkeit. Die Suche nach dem individuellen Sinn und den persönlichen Werten ermöglicht dem Menschen somit eine tiefgehende und damit langfristige Lösung und ein Werkzeug, um den vielfältigen Herausforderungen im Leben begegnen zu können.

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