Über die Achtsamkeit.

Achtsamkeit ist eine Art des Seins, bei der man in Kontakt ist mit den Dingen, wie sie im gegenwärtigen Augenblick sind. Sie stellt sich ein, als Bewusstheit, die sich durch gerichtete, nicht wertende Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Augenblick auszeichnet. Achtsamkeit ist keine Technik, vielmehr eine Art des Seins. Sie schließt Geist und Herz mit ein.

 

Jetzt: Sein.

Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen. Diese Art der Aufmerksamkeit steigert das Gewahrsein und fördert die Klarheit sowie die Fähigkeit, die Realität des gegenwärtigen Augenblicks zu akzeptieren. Sie macht uns die Tatsache bewusst, dass unser Leben aus einer Folge von Augenblicken besteht. Wenn wir in vielen dieser Augenblicke nicht völlig gegenwärtig sind, so übersehen wir nicht nur das, was in unserem Leben am wertvollsten ist, sondern wir erkennen auch nicht den Reichtum und die Tiefe unserer Möglichkeiten zu wachsen und uns zu verändern. Achtsamkeit ist eine einfache und zugleich hochwirksame Methode, uns wieder in den Fluss des Lebens zu integrieren, uns wieder mit unserer Weisheit und Vitalität in Berührung zu bringen. Praktizieren der Achtsamkeit kann helfen, Menschen ihre urmenschlichen Ressourcen, die in der „Tiefe unseres Wesens“ verborgen sind, (wieder) zu erkennen zu lassen und als Ressource nutzbar zu machen. Dies gelingt durch Wahrnehmung und Annahme unseres Seins und der Erkenntnis, wer und was wir wirklich sind. Es erschließt sich eine weite Perspektive mit der Erkenntnis, dass wir größer sind, als wir selbst glauben zu sein. Die bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit ist der Ausgangspunkt von Achtsamkeit. Im Gegensatz zum routinierten Handeln oder Reagieren wird die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt gelenkt. Der Moment kann bewusst wahrgenommen werden. Gegenwärtig sein bedeutet das Jetzt annehmen, so wie es ist. Es schließt die Akzeptanz der Vergangenheit ein, auch wenn sie nicht so war, wie wir es gewünscht hätten. Gegenwärtigkeit heißt auch, im Jetzt keine Veränderung herbeiführen bzw. erzwingen zu wollen, also nicht schon mit den Gedanken in der Zukunft zu sein.

 

Gewahrsein

Wichtig ist das Beobachten unserer Gedanken von einer Meta-Ebene aus und dabei nicht zu werten oder zu urteilen. Achtsamkeit ist das Gewahrsein, das in Erscheinung tritt durch die absichtliche Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Moment und ohne Wertung der Erfahrung, die sich von Moment zu Moment entfaltet. Das Beobachten hilft, eine höhere Komplexität wahrzunehmen. Daraus entwickelt sich die Akzeptanz. Das ist die Bereitschaft, Dinge in der Gegenwart so zu lassen, wie sie wahrgenommen werden. Dabei ist Akzeptanz kein Widerspruch zum Handeln bzw. zum Verändern der Situation, aber sie ist die Voraussetzung.

 

Ressource

Eine Folge der Praxis der Achtsamkeit ist die persönliche Reifung und das Wachstum in zuvor verborgenen Möglichkeiten. Achtsamkeit mit uns und unserer Umwelt ermöglicht uns eine größere Authentizität, mehr Gelassenheit und mehr Bewusstsein und Verantwortung für die Auswirkungen des eigenen Handelns. Zum Beispiel kann man erkennen, dass man viele Umstände seines Lebens nicht verändern kann. Manche liegen aber nur vermeintlich außerhalb unserer Kontrolle. Diese Erkenntnis kann helfen, bewusst nach kreativen Lösungen zu suchen. Ausweichen, die Flucht oder Vermeidung sind nur kurzfristig eine Lösung. Der achtsame Umgang mit einem Konflikt, welcher immer wieder nur aufgeschoben wurde, kann mit einer achtsamen Praxis losgelöst von bisher verbundenen Emotionen angegangen werden.

 

Achtsamkeit verhilft zu mehr Selbstvertrauen, Zuversicht, Eigenständigkeit, mehr Geduld und Akzeptanz für sich selbst und die eigenen Begrenzungen, Optimismus bezüglich der eigenen Möglichkeiten und Kompetenz, auch stressige Situationen zu meistern. Achtsamkeit ist ein Ziel, nachdem sich der Mensch sein Leben lang ausstrecken kann, ohne es jemals in Perfektion zu erreichen (zu müssen). Achtsamkeit entspricht deshalb eher einem Wachstums- oder Reifeprozess und bleibt dabei auch immer selbst ein Prozess.

Wie denken Sie dazu? Wie sind Ihre Erfahrungen?

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