Arbeit als sinnstiftende Ressource für den Menschen

In unserer Gesellschaft sind die Bedingungen für die Menschen, einer sinn- und wertstiftenden Arbeit nachgehen zu können, so gut wie nie. Vielleicht auf den ersten Blick? In Deutschland sind so viele Menschen in Arbeit wie nie zuvor, es gibt unzählige Möglichkeiten, sich beruflich zu verändern und zu qualifizieren. Es ist heute kein Problem mehr, sich gänzlich neu zu orientieren und Arbeitgeber möglichst nach den eigenen Vorstellungen auszusuchen. Neue Managementmodelle verheißen eine wertvollere Gestaltung unserer Arbeitswelt.

Andererseits steht die Arbeitswelt vor Veränderungen, die nach Meinung einiger Studien die gravierendsten Veränderungen seit der industriellen Revolution bedeuten. Viele Arbeitsverhältnisse, auch in früher sicheren Bereichen, sind weitestgehend befristet und bieten auch qualifizierten Arbeitnehmern keine ausreichende Sicherheit mehr. Branchen geraten aufgrund nicht nachhaltiger Entscheidungen in kritische Verwerfungen, die zu existenziellen Problemen für die Arbeitnehmer führen. Immer wieder ist zu hören, dass sich Arbeitnehmer nicht mehr mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können und psychische Erkrankungen mehr und mehr zunehmen.

Wie kann Arbeit dennoch als sinnvoll erachtet werden? Wenn die Tätigkeiten eines Büroangestellten dazu führen, dass der organisatorische Ablauf einer Bestellung erfolgreich ist, war sein Wirken sinnvoll. Wenn ein Programmierer sich darum kümmert, dass der Roboter ein Werkstück nach den Vorgaben fertigt, waren seine Einstellungen sinnvoll. Dennoch erleben wir eine „Entgrenzung“ von Arbeit.

Weiterlesen

Sinnvolle Ästhetik: Sinnliche Erfahrungen deuten

Im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden wir die Bezeichnungen, etwas sei „ästhetisch“ oder „schön“, zumeist synonym. Dabei beschreibt die „Ästhetik“ auch über lange Zeit hinweg die Lehre von der wahrnehmbaren Schönheit. Vor allem in der Natur und Kunst sprechen wir von Ästhetik, wenn wir etwas als schön und ansprechend empfinden.

Doch geht die originäre Bedeutung des Begriffes Ästhetik noch weiter. Aus dem Griechischen meint Ästhetik die Lehre von der Wahrnehmung und dem sinnlichen Anschauen. Mit unseren Sinnen nehmen wir unsere Umwelt wahr: Zumeist sehen, hören und riechen wir sie. Für ein tieferes empfinden können wir sie auch fühlen und schmecken. Wenn wir sie durch Berührung fühlen und Verkostung schmecken, so sind wir in unserer Wahrnehmung schon einen Schritt weiter: Wenn uns eine Speise durch Betrachtung und Geruch schon anspricht, so ist der Geschmack unsere letzte Prüfung, welche sie bestehen muss, bevor sie es würdig ist, in uns aufgenommen zu werden.

Weiterlesen

Die Entwicklungsstufen des Menschen

Wie ein Baum wächst und reift der Mensch in all seinen Lebensjahren. Seine Erfahrungen kommen so Schicht um Schicht seinem Leben hinzu und unterstützen dabei, eine schützende Rinde um den Stamm zu legen.

Erik H. Erikson, deutsch-amerikanischer Psychoanlaytiker, hat ein Modell zur Entwicklung des Menschen definiert. Der Mensch wächst im Spannungsfeld von Ich-Entwicklung und Umwelteinflüssen, seine Reife entwickelt sich in jedem seiner Lebensabschnitte und greift dabei auf die Erfahrungen aus vorherigen zurück. Diese Entwicklungsstufen sind wie eine in sich abgeschlossene Krise zu sehen, mit einer Spannung zwischen einem förderlichen und hinderlichen Pol. Der Mensch entwickelt sich in dieser Bandbreite:

Weiterlesen

Bilder im Kopf

In unserer Kommunikation greifen wir im Austausch mit anderen auf das zurück, was wir an Erfahrungen in unserem Gedächtnis gespeichert, in früherer Zeit gelernt haben. Um diese Erfahrungen anzureichern und damit unser Repertoire an Kommunikationsmöglichkeiten zu erweitern, braucht es eine Offenheit für Neues und die Bereitschaft, die eigenen Handlungs- und Verhaltensoptionen immer wieder zu ergänzen.

Unbekanntes erschließen wir uns dabei auf vielfältigem Wege. Lernen wir dieses Unbekannte von anderen, so nutzen diese ihre Erfahrung und ihr Repertoire, um ein „Ding“ uns bekannt zu machen und wir versuchen, uns dieses Dingliche anzueignen.

Dieses noch unbekannte, neue, korrespondiert mit unseren eigenen Erfahrungen. Wir suchen in unserer Kiste, welche Erfahrungen denn am ehesten mit der neuen verglichen, ergänzt, ersetzt oder erklärt werden kann. Wir suchen in unserer Kiste, in unserem Erfahrungsschatz, nach Bildern.

Weiterlesen