Bilder im Kopf

In unserer Kommunikation greifen wir im Austausch mit anderen auf das zurück, was wir an Erfahrungen in unserem Gedächtnis gespeichert, in früherer Zeit gelernt haben. Um diese Erfahrungen anzureichern und damit unser Repertoire an Kommunikationsmöglichkeiten zu erweitern, braucht es eine Offenheit für Neues und die Bereitschaft, die eigenen Handlungs- und Verhaltensoptionen immer wieder zu ergänzen.

Unbekanntes erschließen wir uns dabei auf vielfältigem Wege. Lernen wir dieses Unbekannte von anderen, so nutzen diese ihre Erfahrung und ihr Repertoire, um ein „Ding“ uns bekannt zu machen und wir versuchen, uns dieses Dingliche anzueignen.

Dieses noch unbekannte, neue, korrespondiert mit unseren eigenen Erfahrungen. Wir suchen in unserer Kiste, welche Erfahrungen denn am ehesten mit der neuen verglichen, ergänzt, ersetzt oder erklärt werden kann. Wir suchen in unserer Kiste, in unserem Erfahrungsschatz, nach Bildern.

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Werte verbinden.

In den vielfältigen menschlichen Kulturen ist das Gewicht, welches dem Einzelnen, einer Gruppe, der Familie oder dem Staat beigemessen wird, sehr unterschiedlich. Zwischen den individualistischen, also den eher westlichen, und kollektivistischen Kulturen gibt es Unterschiede. Bei letzterer spielt bspw. der Wert der untersten sozialen Einheit, wie die Familie oder die engste Organisation, in welcher man arbeitet, eine größere Rolle als persönliche Entwicklung oder Verwirklichung. Bei individualistischen Kulturen begegnet uns ein umgekehrtes Bild: Der einzelne Mensch mit seinem Streben nach Selbstbestimmung steht im Mittelpunkt v. a. ökonomischer aber auch sozialer und politischer Bewegung.

In unserer (westlichen) Kultur sind diese individualistischen Werte stark ausgeprägt. Besonders durch die Aufklärung und den Überlegungen Kants, der Mensch solle sich seiner eigenen Mündigkeit bewusst werden, hat sich unsere Gesellschaft und Gemeinschaft entwickelt.

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Reflektierte Sprache

 

Wer spricht? – Auf wen hören wir?

 

Wir leben in teils populistischen Zeiten, zumindest wenn wir viele gesellschaftliche wie politische Themen verfolgen. Da werden Inhalte verkürzt dargestellt, da werden Sachverhalte auf ein wirksames, weil nach Aufmerksamkeit heischendes, Minimum zugespitzt, da werden vermeintliche Gegner mit Argumenten aus dem Ring gedrängt, um den eigenen, nicht immer haltbaren Argumenten mehr Raum geben zu können.

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Das Fremde in uns

Verstehen wir „das“ Fremde als das Gegenteil von Heimat, so eignen wir unserem Habitus schon als kleines Kind Formen von Fremdempfinden an. Erst sind Vater und Mutter tatsächliche Heimat. Dann die erweiterte Familie, Nachbarn, Bekanntschaften in Kindergarten und Schule – meist aus Straßen, die Kinder erst spät oder gar nicht erkunden. Sie sind vertrauter als Menschen in der eigenen Nachbarschaft, der eigenen Straße. So erhält Fremde auch eine Dimension von nah und fern. Etwas fremdes ist uns nicht geläufig, nicht vertraut. Obwohl etwas sehr fern ist, können wir es uns aneignen, uns nahbar machen. Ist nicht gar der Mond weit entfernt und jedem von uns ein Leben lang nicht erreichbar, hat jedoch für viele von uns etwas Vertrautes?

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