Wie viele Entscheidungen treffen wir am Tag? Es sind einige Tausend. Wir treffen Entscheidungen emotional, rational oder zufällig. Die meisten treffen wir automatisch, unbewusst. Nur wenige unserer eigentlichen Entscheidungen bedürfen einem Prozess, der uns bewusst beschäftigt.

Viele Entscheidungen fallen uns leicht, wenn wir bewusst abzuwägen haben. Über einige müssen wir nicht lange nachdenken, wenn unser Gehirn eine Entscheidung „für uns“ innerhalb kürzester Zeit fällt. Dazu greift es auf gelernte Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück: Welche Strecke wähle ich, um zu einem bestimmten Ort zu kommen? Welche Dinge benötige ich, wenn ich frühstücken möchte?

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Die Suche nach dem glücklichen Leben

Gönnen wir uns ein glückliches Leben! Diesem Mantra können wir vermeintlich nicht mehr ausweichen. In einer Gesellschaft, welche zu den stabilsten und wirtschaftlich erfolgreichsten der Welt gehört, ist die persönliche Glückserfüllung doch fast uneingeschränkt möglich.

Anscheinend sind wir aber sehr unglücklich. Die Bestsellerlisten sind regelmäßig mit mindestens drei Ratgebern für ein glückliches Leben angeführt. Jedes Jahr mehren sich die Studien, nach welchen besonders die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unglücklich in ihrem Beruf seien. Da die Arbeit für uns einen wesentlichen Stellenwert im Leben hat, müsste sich nach dem Prinzip der Work-Life-Balance unser Privatleben umso besser anfühlen müssen, damit viele Menschen nicht krank werden.

Seit vielen Jahren nimmt die Zahl der psychisch erkrankten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unentwegt zu. In Verbindung kann das damit stehen, dass sich nur noch 15-25 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihrem Beruf identifizieren können.

So mag sich wirklich ein düsteres Bild abzeichnen. Was ist mit uns los? Wir haben unzählige Ressourcen, uns ein glückliches Leben zu schaffen. Warum empfinden sich Menschen in ärmeren, weniger entwickelten Ländern oftmals glücklicher als wir?

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Was leitet uns Menschen im Leben? Für jeden von uns ist das höchst individuell, auch wenn einige Grundhaltungen uns allen gleich sind. Eine Möglichkeit, um eine Art „Philosophie für gelingendes Leben“ zu entwickeln, kann der Ansatz der sinn- und werteorientierten Lebensgestaltung sein.

 

Im Überblick

Empfindet der Mensch sein Erleben und Handeln als zu sich passend, als kongruent zu seinen eigenen Ressourcen, Interessen und Motiven, ist ihm eine eigenverantwortliche und selbstwirksame Entwicklung möglich. Mit dem Ansatz der sinn- und werteorientierten Lebensgestaltung erhält jede Person die Möglichkeit, ihr Erleben und Handeln zu reflektieren und Dinge, die als nicht passend oder inkongruent empfunden werden, hilfreich für sich zu gestalten. Daher sollte jedem Menschen eine für ihn sinn- und werteorientierte Lebensgestaltung zugänglich sein. Dazu sollte jede Person, als Experte in eigener Sache, Möglichkeit für Eigenverantwortung, Reflexion und Selbsterkenntnis erhalten, um ihre Potenziale und Ressourcen zu entfalten, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln und somit das Leben selbst sinn- und werteorientiert gestalten zu können. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Ressourcen für seine sinn- und werteorientierte Lebensgestaltung in jedem Menschen angelegt sind.

Die wesentlichen Grundlagen zu diesem Ansatz kommen aus der Humanistischen Psychologie, hier besonders der Entwicklung der personenzentrierten Sichtweise Carl Rogers’ und der Logotherapie nach Viktor Frankl.

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