Ein Weg, kontemplativ zu leben

In unserer Gesellschaft haben fernöstliche Achtsamkeitskonzepte und buddhistische Haltungen im Alltag offenbar einen besseren Stand als Christliche. Schade. Ist doch das Christentum unser Ursprung und ein wesentlicher Grundstein unserer Kultur. Doch wo begegnen wir im Alltag mal christlichen Impulsen und Vergleichen für ein achtsames Leben? Statt Jesus als Hoffnungsträger mit einem stärkenden Spruch zu begegnen, schauen wir eher auf Bilder von Buddha. Natürlich spielt da die Frage nach dem Stellenwert christlichen Glaubens in der Gesellschaft eine elementare Rolle. Hat das Christentum schon eine Legitimationskrise, sind die Menschen für die achtsamen und meditativen Elemente des Glaubens nur schwer zu erreichen.

Die Menschen suchen in der sich immer schneller bewegenden Welt nach einem Ausgleich. Sie suchen in einer lauter werdenden Welt nach Ruhe. Sie wollen sich das Recht darauf erfüllen. Da sich immer weniger Menschen eine aktiv im Leben gelebte Religion vorstellen können, kommen fernöstliche Haltungen weniger direktiv daher, mit einer gewissen Distanz, die den (westlichen) Menschen in seinem Streben nach Individualität und Selbstverwirklichung eher ansprechen als eine vermeintlich zu einengende oder gar dogmatische Religion wie das Christentum.

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Entscheidungen

Wie viele Entscheidungen treffen wir am Tag? Es sind einige Tausend. Wir treffen Entscheidungen emotional, rational oder zufällig. Die meisten treffen wir automatisch, unbewusst. Nur wenige unserer eigentlichen Entscheidungen bedürfen einem Prozess, der uns bewusst beschäftigt.

Viele Entscheidungen fallen uns leicht, wenn wir bewusst abzuwägen haben. Über einige müssen wir nicht lange nachdenken, wenn unser Gehirn eine Entscheidung „für uns“ innerhalb kürzester Zeit fällt. Dazu greift es auf gelernte Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück: Welche Strecke wähle ich, um zu einem bestimmten Ort zu kommen? Welche Dinge benötige ich, wenn ich frühstücken möchte?

Die Dinge des täglichen Ablaufes stellen uns vor keine größeren Entscheidungen. Wir wählen aus Handlungsalternativen, die uns zu einem Ziel führen sollen anhand unseres Informationsgrades. Je häufiger wir ein Ziel verfolgt haben, z. B. den Weg zu einem Ort gewählt oder Zutaten für unser Frühstück ausgesucht, desto routinierter werden wir im Umgang mit unseren Entscheidungen. Uns sind die Vor- und Nachteile unserer Handlungsalternativen bekannt – unser Informationsgrad wächst also mit dem Lernen. Wenn routinierte Entscheidungen einmal nicht zum Ziel führen – vielleicht stoßen wir auf einer Strecke eines Tages auf eine Baustelle – so reflektieren wir den Entscheidungsprozess, bewerten ihn neu und wählen eine andere Alternative. Unser Informationsgrad ist gewachsen. Im Falle einer Baustelle erhalten wir gar in Form einer ausgeschilderten Umleitung eine Entscheidungshilfe.

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Der sinnvolle Impuls, #3

Warum es sich zu Glauben lohnt

Es ist schwieriger geworden, sich zu einem Glauben bekennen zu können. Es ist schwieriger geworden, an etwas zu glauben.

Nein, damit meine ich nicht oberflächlichen Glauben an Alltagsdinge. Daran, dass uns etwas gelingt, dass wir ein schönes Wochenende haben, dass wir eine schöne Feier haben werden. Das ist eine erste Stufe des Glaubens, die wir aber noch vertiefen können. Wir können glauben, dass es etwas tieferes gibt, was all diesen Dingen, die unseren Alltag füllen, immanent ist.

Die Welt ist oberflächlicher geworden und wird es weiter, weil sie auch komplexer wird. Uns umgeben immer mehr Möglichkeiten und Herausforderungen. Kaum ein Lebensbereich, in welchem wir nicht vielfältigen Möglichkeiten und Versuchungen unterliegen, die jeweils für sich behaupten, die richtigen zu sein. Wir fühlen uns verunsichert. Ob im Berufs- oder Familienleben, in persönlichen oder gesellschaftlichen Fragestellungen: Immer neue Modelle und Theorien suggerieren uns, einen bestimmen Weg einschlagen zu müssen.

Wir können uns darin verlieren.
Oder uns darin festigen.

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