I: Closion Heredad (2) | Roots and Reign

Es gab für die Osokur noch keine Anzeichen, wer hinter den Anschlägen steckte. Erst als in Delorem einige Bewohner von Petar Lib gefasst wurden, war der Hintergrund klar. Splittergruppen wollten an die Ressourcen der anderen Länder gelangen und die Osokur, die sich wenig verteidigen konnten, einschüchtern und zur Kooperation bewegen – zwingen. Für viele Osokur war das eine belastende und mit der Dauer auch zermürbende Erfahrung, kannten sie solche Formen von Gewalt doch nur aus der Erfahrung ihrer Vorfahren oder aus anderen Ländern. Schließlich waren es die Delorem, welche die Osokur beschützten und dabei unterstützten, wieder militärische und zivile Verteidigung aufzubauen. Gemeinsam konnten sie weitere Anschläge verhindern und mit den Petar Lib ein Abkommen aushandeln. Wieder zeigte sich die wohlwollende Haltung der Osokur: Während die Delorem die Attentäter und politische Verantwortliche rechtlich belangten, unterstützten die Osokur bei der Entwicklung einer sozialen und wirtschaftlichen Perspektive. Lange unterstützten sie Petar Lib ideell und materiell. Jetzt, fünf Jahre später, endete diese Unterstützung. Vor wenigen Wochen war sich die politische Führung einig, dass die Petar Lib nun gänzlich auf eigenen Beinen stehen können – und mit den Osokur in ebenso belebende Beziehungen investieren können wie andere Länder.

Weiterlesen

Frühling

Frühling, du bist zurück,
dein Band streicht wieder über unser Land.
Dein Duft, deine Pracht,
alles für neues Leben, für uns gemacht.

Weiterlesen

I: Closion Heredad (1) | Roots and Reign

I: Closion Heredad

„Der Erste vermag zu nicht zu sehen, was der Letzte wird erkennen.“
Buch der Weisheit, Harakon I., 912 n. Theodis

 

Seine Zehen schauten wieder am Ende der Decke hervor. Ein Platz für den Schmetterling, der durch das offene Fenster herein geflogen war. Jamir blinzelte etwas, um sich an das Sonnenlicht zu gewöhnen. Es roch nach Frühling. Er atmete tief ein. Der Duft durchdrang seine Nase. Es kribbelte. Jamir war einfach einen Moment glücklich.

Er öffnete seine Augen und sah den Schmetterling, der zum Flug ansetzte. Seine rot-gold schimmernden Flügel hatten etwas majestätisches. Die Sonnenstrahlen schienen durch sie hindurch. Ein zufriedenes Lächeln zierte Jamirs Gesicht.

Weiterlesen

Der sinnvolle Impuls, #2

Über Ambivalenzen und individuelle Konstruktionen

Auf Carl-Gustav Jung zurück geht der Prozess der „Individuation“: Das ist ein nicht-finaler, lebenslanger Prozess, in welchem sich der Mensch im Verlauf seines Lebens entwickelt und erst durch mehr und mehr vorhandene Reife sein Selbst erforschen, erfahren (Selbstwirksamkeit) und somit entfalten kann. Der Mensch ebnet so seinen Weg vom Individualbezug als Kind zum Kollektivbezug als Jugendlicher und Erwachsener: Er sucht sich seinen Platz in der Gemeinschaft.

 

Wie gestaltet sich unser individuelles und kollektives Leben?

Wir konstruieren als Gemeinschaft unsere Wirklichkeit: Es gibt eine bewusst und unbewusst herbeigeführte gesellschaftliche Norm über und Deutung von Etwas. Es gibt Werte, Systeme, als normal geltende Verhaltensweisen. So arrangieren wir unser menschliches Zusammenleben.

Wir konstruieren als Individuum unsere Wirklichkeit: Es gibt eine bewusst und unbewusst herbeigeführte individuelle Norm über und Deutung von Etwas. Wir haben Meinungen, Vorurteile, Reaktionsmuster. So arrangieren wir unser Zurechtkommen mit anderen.

Weiterlesen

Begleitung durch den Tag: Ein Gebet für den Morgen

Die Nacht endet. Die Sonne kündigt sich an. Der Tag beginnt. Ein neuer Tag voller wunderbarer Dinge, auf die wir uns freuen dürfen. Ein Tag mit Dingen, die wir uns vielleicht nicht unbedingt gewünscht haben, die aber bewältigt werden wollen. Ein neuer Tag voller Leben kündigt sich an. Wir sind begleitet durch den Tag mit seinen Höhen und Tiefen.

Weiterlesen