Wer sieht, schaut nicht unbedingt.

Für keinen unserer fünf Sinne gibt es solch ein Repertoire an Umschreibungen und Verfeinerungen wie für das Sehen. Hat es deshalb eine besondere Bedeutung?

 

Wir sehen die Welt mit unseren Augen.
Wir sehen die Welt mit anderen Augen.
Wir wechseln die Perspektive.
Wir erweitern unseren Horizont.
Wir schauen auf etwas.
Wir durchschauen etwas.
Wir sehen durch etwas hindurch.
Wir blicken auf etwas.
Wir sehen jetzt klarer.
Wir bekommen etwas zu Gesicht.
Wir nehmen etwas wahr.
Wir beobachten.
Wir sehen etwas ein.
Wir sehen etwas voraus.
Wir übersehen ewas.
Wir nehmen etwas in Augenschein.

 

Es scheint doch, als würde dem Sehen eine besondere Bedeutung zukommen, wenn diese Fähigkeit solch eine Vielfalt unserem Leben ermöglicht.

Wer sieht, schaut nicht unbedingt. Wer sieht, kann seine Augen nutzen, um die Welt wahrzunehmen, sich ihr zu orientieren.

 

Wer schaut, der schaut auf die Welt. Wer schaut, schaut in die Welt. Er beobachtet, interpretiert, macht sie sich zu eigen, ermächtigt sich ihrer Möglichkeiten, verbindet sich mit ihr.

Wer die Welt schaut, der sieht, dass sie zum Anschauen geschaffen ist.

Wie denken Sie dazu? Wie sind Ihre Erfahrungen?

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