Solidarität

„Solidarität“ meint ein Verbundensein, einen Zusammenhalt untereinander, um gleiche Ziele oder Werte zu verfolgen. Dabei zeichnet sie sich insbesondere durch aktive gegenseitige Untersützung aus.

 

„Die menschliche Gesellschaft gleicht einem Gewölbe, das zusammenstürzen müßte, wenn sich nicht die einzelnen Steine gegenseitig stützen würden.“
– Seneca

 

Solidarität ist dabei doch subjektiv. Eine horizontale Solidarität sehen wir in einer Gruppe von Menschen auf gleicher Ebene. Diese wurde bspw. in der Arbeitnehmerbewergung der Industrialisierung gelebt und mündete in die Grundprinzipien der Gewerkschaften. Auch politische Parteien sind eine Form der horizontalen Solidarität, wenn sie homogene Wählergruppen bedienen oder hauptsächlich Interessen von Menschen vertreten, deren Anschauung und Ziel wenig different sind.

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Ich bin okay, du bist okay

Eric Berne hat mit der Transaktionsanalyse (TA) ein Instrument geschaffen, welches es uns auf einfache Art ermöglicht, uns und andere und uns in Interaktion mit anderen besser zu verstehen. Eine auf gleicher Ebene stattfindende Interaktion, auf „Augenhöhe“, folgt der Prämisse „Ich bin okay, du bist okay“. Ein Gefälle kann mit den verschiedenen Zuständen der TA gut dargestellt werden.

 

Einerseits lassen sich mit ihr als Persönlichkeitskonzept die inneren Prozesse eines Menschen verstehen, andererseits als Gruppenkonzept die Interaktionsprozesse unter Gruppenmitgliedern beschreiben. So wie in uns verschiedene Prozesse ablaufen, so spiegeln sich diese inneren Verfahren ebenso im Kontext mit anderen wieder, sie werden sozusagen nach außen getragen und am Du sichtbar. Diese inneren wie äußeren Interaktions- und Kommunikationsprozesse werden Transaktionen genannt.

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Wie der Mensch Wirklichkeit entwickelt: Gesellschaftlicher Konstruktivismus

Ihren Ursprung finden die Überlegungen zur „gesellschaftlichen Konstruktion“ bei Helmuth Plessner und Arnold Gehlen, deutsche Philosophen und Begründer der „Philosophischen Anthropologie“ – einer Schule, die sich mit dem Wesen der Menschen befasst. Sie kommt zur Erkenntnis, dass Menschen weltoffen sind, ihre Welt und sie selbst sind biologisch nicht festgelegt oder statisch. Im Vergleich zu Tieren bestimmt er über sein Handeln selbst und ist nicht geographisch gebunden. Der Mensch verfügt über einen Geist, ein Bewusstsein, welches sich aber immer wieder bestätigen muss. Der Mensch muss sich und seine Umwelt selbst sowie mit anderen Menschen, die Teil seiner Umwelt sind, deuten und erschaffen, „konstruieren“. Die daraus entstehenden Konstruktionen müssen ebenso wieder abgesichert werden.

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Das Fremde in uns

Verstehen wir „das“ Fremde als das Gegenteil von Heimat, so eignen wir unserem Habitus schon als kleines Kind Formen von Fremdempfinden an. Erst sind Vater und Mutter tatsächliche Heimat. Dann die erweiterte Familie, Nachbarn, Bekanntschaften in Kindergarten und Schule – meist aus Straßen, die Kinder erst spät oder gar nicht erkunden. Sie sind vertrauter als Menschen in der eigenen Nachbarschaft, der eigenen Straße. So erhält Fremde auch eine Dimension von nah und fern. Etwas fremdes ist uns nicht geläufig, nicht vertraut. Obwohl etwas sehr fern ist, können wir es uns aneignen, uns nahbar machen. Ist nicht gar der Mond weit entfernt und jedem von uns ein Leben lang nicht erreichbar, hat jedoch für viele von uns etwas Vertrautes?

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Über Ambivalenzen und individuelle Konstruktionen

Auf Carl-Gustav Jung zurück geht der Prozess der „Individuation“: Das ist ein nicht-finaler, lebenslanger Prozess, in welchem sich der Mensch im Verlauf seines Lebens entwickelt und erst durch mehr und mehr vorhandene Reife sein Selbst erforschen, erfahren (Selbstwirksamkeit) und somit entfalten kann. Der Mensch ebnet so seinen Weg vom Individualbezug als Kind zum Kollektivbezug als Jugendlicher und Erwachsener: Er sucht sich seinen Platz in der Gemeinschaft.

 

Wie gestaltet sich unser individuelles und kollektives Leben?

Wir konstruieren als Gemeinschaft unsere Wirklichkeit: Es gibt eine bewusst und unbewusst herbeigeführte gesellschaftliche Norm über und Deutung von Etwas. Es gibt Werte, Systeme, als normal geltende Verhaltensweisen. So arrangieren wir unser menschliches Zusammenleben.

Wir konstruieren als Individuum unsere Wirklichkeit: Es gibt eine bewusst und unbewusst herbeigeführte individuelle Norm über und Deutung von Etwas. Wir haben Meinungen, Vorurteile, Reaktionsmuster. So arrangieren wir unser Zurechtkommen mit anderen.

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Reflektierte Sprache

 

Wer spricht? – Auf wen hören wir?

 

Wir leben in teils populistischen Zeiten, zumindest wenn wir viele gesellschaftliche wie politische Themen verfolgen. Da werden Inhalte verkürzt dargestellt, da werden Sachverhalte auf ein wirksames, weil nach Aufmerksamkeit heischendes, Minimum zugespitzt, da werden vermeintliche Gegner mit Argumenten aus dem Ring gedrängt, um den eigenen, nicht immer haltbaren Argumenten mehr Raum geben zu können.

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