Werte verbinden.

In unseren vielfältigen menschlichen Kulturen ist das Gewicht, welches dem Einzelnen, einer Gruppe, der Familie oder dem Staat beigemessen wird, sehr unterschiedlich. Zwischen den individualistischen, also eher westlichen, und kollektivistischen Kulturen gibt es Unterschiede. Bei letzterer spielt bspw. der Wert der untersten sozialen Einheit, wie die Familie oder die engste Organisation, in welcher man arbeitet, eine größere Rolle als persönliche Entwicklung oder Verwirklichung. Bei individualistischen Kulturen begegnet uns ein umgekehrtes Bild: Der einzelne Mensch mit seinem Streben nach Selbstbestimmung steht im Mittelpunkt v. a. ökonomischer aber auch sozialer und politischer Bewegung.

In unserer (westlichen) Kultur sind diese individualistischen Werte stark ausgeprägt. Besonders durch die Aufklärung und den Überlegungen Kants, der Mensch solle sich seiner eigenen Mündigkeit bewusst werden, hat sich unsere Gesellschaft und Gemeinschaft entwickelt.

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Entscheidungen

Wie viele Entscheidungen treffen wir am Tag? Es sind einige Tausend. Wir treffen Entscheidungen emotional, rational oder zufällig. Die meisten treffen wir automatisch, unbewusst. Nur wenige unserer eigentlichen Entscheidungen bedürfen einem Prozess, der uns bewusst beschäftigt.

Die meisten Entscheidungen fallen uns leicht. Das sind die, welche automatisch unbewusst ablaufen. Wir denken an sich gar nicht darüber nach, weil unser Gehirn eine Entscheidung „für uns“ innerhalb kürzester Zeit fällt. Dazu greif es auf gelernte Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück: Welche Strecke wähle ich, um zu einem bestimmten Ort zu kommen? Welche Dinge benötige ich, wenn ich frühstücken möchte?

Die Dinge des täglichen Ablaufes stellen uns vor keine größeren Entscheidungen. Wir wählen aus Handlungsalternativen, die uns zu einem Ziel führen sollen anhand unseres Informationsgrades. Je häufiger wir ein Ziel verfolgt haben, z. B. den Weg zu einem Ort gewählt oder Zutaten für unser Frühstück ausgesucht, desto routinierter werden wir im Umgang mit unseren Entscheidungen. Uns sind die Vor- und Nachteile unserer Handlungsalternativen bekannt – unser Informationsgrad wächst also mit dem Lernen. Wenn routinierte Entscheidungen einmal nicht zum Ziel führen – vielleicht stoßen wir auf einer Strecke eines Tages auf eine Baustelle – so reflektieren wir den Entscheidungsprozess, bewerten ihn neu und wählen eine andere Alternative. Unser Informationsgrad ist gewachsen. Im Falle einer Baustelle erhalten wir gar in Form einer ausgeschilderten Umleitung eine Entscheidungshilfe.

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Ein Weg, kontemplativ zu leben

In unserer Gesellschaft haben fernöstliche Achtsamkeitskonzepte und buddhistische Haltungen im Alltag offenbar einen besseren Stand als Christliche. Schade. Ist doch das Christentum unser Ursprung und ein wesentlicher Grundstein unserer Kultur. Doch wo begegnen wir im Alltag mal christlichen Impulsen und Vergleichen für ein achtsames Leben? Statt Jesus als Hoffnungsträger mit einem stärkenden Spruch zu begegnen, schauen wir eher auf Bilder von Buddha. Natürlich spielt da die Frage nach dem Stellenwert christlichen Glaubens in der Gesellschaft eine elementare Rolle. Hat das Christentum schon eine Legitimationskrise, sind die Menschen für die achtsamen und meditativen Elemente des Glaubens nur schwer zu erreichen.

Die Menschen suchen in der sich immer schneller bewegenden Welt nach einem Ausgleich. Sie suchen in einer lauter werdenden Welt nach Ruhe. Sie wollen sich das Recht darauf erfüllen. Da sich immer weniger Menschen eine aktiv im Leben gelebte Religion vorstellen können, kommen fernöstliche Haltungen weniger direktiv daher, mit einer gewissen Distanz, die den (westlichen) Menschen in seinem Streben nach Individualität und Selbstverwirklichung eher ansprechen als eine vermeintlich zu einengende oder gar dogmatische Religion wie das Christentum.

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